Anpassung Hydro-Tec-Ausrüstung

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Schutz vor Chemikalien gemäß EN 13034, Typ 6: Sicherheit oder Scheinsicherheit?

 
Das Tragen von Kleidung, die guten Schutz vor Chemikalien bietet, ist in vielen industriellen Anwendungsbereichen eine wichtige Voraussetzung. Nicht nur in der chemischen - und petrochemischen Industrie ist dieser Schutz notwendig, sondern beispielsweise auch im Energiesektor. 

Es gibt zahllose verschiedene Arten von Chemikalien in unterschiedlichen Konzentrationen und verschiedenen Aggregatzuständen: fest, flüssig, gasförmig. Deshalb sind auch verschiedene Typen von Chemiekalienschutzkleidung erhältlich.
Für jede Art bestehen eigene Normen und Anforderungen:

Klassifizierung Chemiekalienschutzkleidung:

  • Typ 1 Gasdichte Chemikalienschutzkleidung
  • Typ 2 Nicht gasdichte Chemikalienschutzkleidung
  • Typ 3 Flüssigkeitsdichte Chemikalienschutzkleidung
  • Typ 4 Sprühdichte Chemikalienschutzkleidung
  • Typ 5 Partikeldichte Chemikalienschutzkleidung
  • Typ 6 Begrenzt sprühdichte Chemikalienschutzkleidung

Neben der Verwendung verschiedener dichter Chemiekalienschutzkleidung sind viele Kleidungsstücke mit einer Fluorcarbon-Ausrüstung ausgerüstet und entsprechen somit der Norm EN 13034, Typ 6: 2005+A1: 2009. Auch wenn die Norm deutlich beschreibt, in welchem Maß diese Kleidung schützt, bestehen dennoch Missverständnisse. Wir möchten Ihnen gern Klarheit zur europäischen Norm bieten, zum Schutzgrad, den man erwarten darf und zu Lösungen in Materialien.

  • Schutzgrad EN 13034, Typ 6Schutzgrad EN 13034, Typ 6

    Liquid chemical splashes

    Risikoanalyse Schutzgrad EN 13034, Typ 6
     
    Schutzgrad gemäß EN 13034, Typ 6 2005+A1: 2009 beschreibt die Mindestanforderungen für Chemiekalienschutzkleidung mit eingeschränktem Schutz gegen die Einwirkung von flüssigen Aerosolen, Spray und leichten Spritzern. Diese Kleidung ist geeignet, wenn das Risiko potentieller Exposition gegenüber leichten Sprays, flüssigen Aerosolen oder einer kleinen Menge Chemikalienspritzer besteht. 

    Testmethode EN13034, Typ 6
    Neben verschiedenen Haltbarkeitstests wie Zug- und Reißfestigkeit des Gewebes und der Nähte wird natürlich die Chemikalienresistenz getestet. Das erfolgt durch die Bewertung der Abstoßung und des Penetrationswiderstands. Diese Tests werden standardmäßig mit vier verschiedenen Chemikalien durchgeführt: 

    • Schwefelsäure (H2SO4 30%)
    • Natronlauge (NAOH 10%)
    • Butanol
    • O-Xylole


    Bei einem Gutter-Test (Dachrinnentest, Testmethode gemäß EN 368, ersetzt durch EN ISO 6530) werden diese Chemikalien in einer Ecke über das Testmaterial gegossen. Mittels Gewichtsbestimmung werden Abstoßungsgrad und Penetrationsgrad bestimmt. Die Norm legt für beides 3 Klassen fest: 

    Klasse

    Penetration

    Abstoßung

    1

    < 10%

    > 80%

    2

    < 5%

    > 90%

    3

    < 1%

    > 95%

  • Sicherheit oder Scheinsicherheit?Sicherheit oder Scheinsicherheit?

    End user TenCate Tecasafe® Plus

    Importantly, just one of the four liquid chemicals is required to meet class 3 for repellence to comply with the norm. For penetration, only one out of four has to achieve class 2. The performance of the other three chemicals is then no longer important to whether or not the EN 13034 norm is being complied with.

    Beispiel:
    Gewebe xxx wurde gemäß EN 13034 Typ 6 getestet: 2005 + A1: 2009. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

    H2SO4 NaOH O-Xylol Butan-1-ol
    Penetration < 10% < 5% < 10% < 10%
    Abstoßung > 80% > 95% > 80% > 80%

    Dieses Gewebe kann nach EN 13034 Typ 6: 2005 + A1: 2009 zertifiziert werden, bietet jedoch unzureichenden Schutz, wenn Mitarbeiter mit Schwefelsäure, O-Xylolen und Butanol-Chemikalien arbeiten.

    Neben der Tatsache, dass Kleidung, die nach dieser Norm getestet wird, nur bei geringem Risiko eingeschränkten Schutz bietet und die Kriterien zur Einhaltung der Norm nicht besonders hoch sind, decken die vier ausgewählten Chemikalien natürlich nicht die Mischungen aller weltweit verwendeten Chemikalien und Konzentrationen ab. Deshalb ist es immer ratsam, die Chemikalien, die das Unternehmen vor Ort verwendet, beim Endverbraucher zu testen. Das ist mit dem Gutter-Test, aber auch mit Praxistests vor Ort möglich. Bekleidungs- und Gewebelieferanten können hier behilflich sein. So werden unliebsame Überraschungen bei Verwendung der Kleidung vermieden.
  • Nachrüstung der AusrüstungNachrüstung der Ausrüstung
    Industrial washable
    Schutzkleidung, die begrenzten Schutz vor Spritzern bietet, wird häufig aus Gewebe mit abweisendem Fluorkohlenwasserstoff-Finish hergestellt. Diese Ausrüstung ist in verschiedenen Ausführungen mit jeweils spezifischen Eigenschaften erhältlich. Derzeit weisen viele dieser Ausrüstungen eine eingeschränkte Lebensdauer auf. Pro Waschvorgang sinkt die Funktion, und nach durchschnittlich vier bis fünf Wäschen ist die Funktion nicht mehr ausreichend aktiv. Da der Schutz auch nach mehreren Wäschen noch aktiv sein muss, kann die abweisende Funktion in der industriellen Wäscherei nachgerüstet werden (auch als Reapplikation bezeichnet). So bleibt der abweisende und schützende Charakter der Ausrüstung erhalten. Diese Nachrüstung kann nur in einer spezialisierten Industriewäscherei durchgeführt werden. Vom Waschen solcher Schutzkleidung zu Hause muss daher strikt abgeraten werden.
  • RisikoanalyseRisikoanalyse
    End user TenCate Tecasafe® Plus

    Aus der Risikoanalyse muss hervorgehen, wie hoch das Risiko für Chemikalienspritzer ist und wie häufig dieses auftritt. Bei hohem Risiko und hoher Frequenz sollte eher ein Stoff aus chemisch beständigem Gewebe gewählt werden. Ist das Risiko geringer oder sind die Chemikalien weniger aggressiv, kann sich der Anwender für ein Gewebe mit höherem Baumwollanteil entscheiden. Wichtig ist immer, dass das abstoßende Fluorkohlenwasserstoff-Finish erhalten bleibt.
TenCate Protective Fabrics - Industrial Safety