Einbauhinweise

Die Arbeitsschritte

1. Sicherung und Drainierung der bestehenden Böschung
Die Böschung (an der Rückseite der Geokunststoff verstärkten Konstruktion) ist zu stabilisieren und gegen Erosion und Absturz zu sichern!
Bei Regen dürfen sich keine lokalen Gerinne bilden und über die im Bau befindliche Stützkonstruktion fließen! Das Schüttmaterial muss vor Durchfeuchtung durch Abdeckung geschützt werden, um die geforderte Verdichtbarkeit beim Einbau zu gewährleisten.
Bei Verwendung von bindigem Schüttmaterial ist auf ausreichende Drainage zwischen Schüttmaterial und bestehender Böschung zu achten, damit sich kein hydrostatischer Druck aufbauen kann (siehe Punkt Drainage). Allfällig auftretendes Wasser muss in einer Drainageeinrichtung gefasst und abgeführt werden. 

2. Vorbereiten der Gründungssohle
Die Aufstandsfläche ist einzuebnen und zu verdichten. Sie soll waagerecht ausgeführt werden, da sich ansonsten der gewünschte Neigungswinkel der Böschung verändert.
Je nach Belastung und Konstruktionshöhe sind eventuell Bodenverbesserungsmaßnahmen vorzunehmen.

3. Zuschneiden des Geokunststoffes
Zum Abrollen der Bewehrungsmatten empfiehlt sich – falls kein ebener Boden vorhanden ist – ein Abrollgestell, bestehend aus zwei Böcken und einem ca. 6 m langen Stahlrohr. Entsprechend der statisch erforderlichen Bewehrungslänge wird der Geokunststoff mit Schere oder Tapetenmesser zugeschnitten. Es kann hilfreich sein, die Länge durch Farbspray am Boden zu markieren. Auch die Längsrichtung der Bewehrung (Hauptfestigkeit) ist durch Farbspray zu markieren, um Verwechslungen von Längs- und Querrichtung zu vermeiden.

4. Verlegen des Bewehrungs-Geokunststoffes
Die zugeschnittenen Bahnen werden mit der Längsrichtung im rechten Winkel zur Böschungsvorderkante verlegt. Das Verwechseln von Längs- und Querrichtung ist zu vermeiden! Die Verlegung hat faltenfrei und mit leichter Spannung zu erfolgen.Benachbarte Bahnen werden ca. 20 cm überlappt.

5. Setzen der Schalung
Aussteifen-der-SchalungselementeDie entsprechend der Böschungsneigung gebogenen Stahlmatten werden bündig mit der geplanten Böschungsoberfläche auf den bereits verlegten TenCate Rock® PEC oder TenCate Miragrid GX-Bahnen aufgestellt. Es ist darauf zu achten, dass die Schalungselemente an der Aufstandsfläche waagrecht aufgestellt werden, da sonst die geplante Böschungsneigung verändert wird. Benachbarte Schalungselemente werden leicht überlappt aufgestellt und mittels Bindedraht an drei Stellen zusammengehängt um eventuelles Verrutschen während des Schütt- und Verdichtvorganges zu verhindern. 

Schutz für Mannschaft und Material:
Prinzipiell sollen aufgrund der Arbeitssicherheit Schlaufenmatten zur Herstellung der Schalungselemente verwendet werden.

6. Einbau des Erosionsschutzgitters
Einbau-des-ErosionsschutzgittersTenCate Polyfelt® Green wird parallel zu den Schalungselementen über die gesamte Länge der Böschung abgerollt, zugeschnitten und danach innen in die Schalungselemente eingelegt. Dabei kommt eine Breite von ca. 50 – 60 cm auf dem horizontalen Schenkel der Schalungselemente zu liegen. TenCate Polyfelt® Green wird dann am schrägen Teil der Schalungselemente hochgeführt und über die Oberkante mit einer Länge von mindestens 60 cm nach außen gehängt. Es ist besonders darauf zu achten, dass die Form der Schalungselemente genau nachgeführt wird, besonders im spitzen Winkel muss das Erosionsschutzgitter satt eingelegt werden. Eventuell ist TenCate Polyfelt® Green mit etwas Erde zu fixieren – speziell bei windigen Verhältnissen auf der Baustelle.

7. Aussteifen der Schalungselemente
Aussteifen-der-SchalungselementeDie Winkelform der Schalungselemente ist mit Abspannhaken zu sichern. Diese werden an den Kreuzungspunkten von Längs- und Querdrähten des Schalungselementes befestigt. Zunächst wird dieser Haken am zweiten Querstab von oben des vertikalen Schenkels des Schalungselementes eingehängt. Anschließend wird das andere Ende durch TenCate Polyfelt® Green gesteckt und beim letzten Querstab des horizontalen Schenkels eingehängt. Der Abstand benachbarter 0,75 m (4 Haken pro 3-m-Element) betragen. 

8. Einbau des Schüttmaterials
Einbau-des-SchuttmaterialsAls Schüttmaterial kann der örtlich anstehende Boden verwendet werden, sofern eine Verdichtung von mindestens 98 % Proctordichte möglich ist. Dies kann bei bindigen, wassergesättigten Böden kritisch sein. Im vorderen Bereich der Böschung (0,1 – 0,3 m von der Böschungsoberfläche) ist nährstoffreicher, vegetationsfähiger Boden mit max. 40 mm Korngröße einzubauen. Mittels Bagger bzw. Lader wird das Schüttmaterial eingebracht und verteilt. Die Einbauhöhe richtet sich nach dem statisch erforderlichen Lagenabstand der Bewehrung, bzw. nach der erzielbaren Tiefenwirkung des verwendeten Verdichtungsgeräts. Es sollten nie mehr als 30 cm Schüttmaterial in einem Schütt- und Verdichtungsvorgang eingebaut werden. Das Schüttmaterial ist nach dem Einbringen abzuziehen, um beim späteren Verdichten eine möglichst ebene Oberfläche zu schaffen. Es ist so viel Schüttmaterial einzubauen, dass nach dem Verdichten ca. 5 cm des Schalungselements über die Schüttung ragt. Als Orientierungshilfe dient der oberste Querstab des Schalungselementes.

9. Verdichtung
Die Verdichtung erfolgt je nach Einbaumaterial mit einem statischen oder dynamischen Verdichtungsgerät, wie etwa Vibrationswalzen oder handgeführten Verdichtungsgeräten. Eine Verdichtung auf mind. 98 % der Proctordichte wird empfohlen. Die Verdichtung soll vom Schalungselement beginnend nach hinten erfolgen, um eine Streckung der Bewehrung von vorne nach hinten zu gewährleisten. Es ist darauf zu achten, dass die Schalungselemente durch den Verdichtungsdruck nicht verformt und die Abspannhaken nicht verbogen werden. Deshalb ist eine vorsichtige Verdichtung im vorderen Bereich mit einem handgeführten Verdichtungsgerät (< 1,5 t) angeraten. Um auch im vordersten Bereich der Schalungselemente eine zufriedenstellende Verdichtung zu erzielen, empfiehlt es sich, mittels Fuß den Humus satt in die Schalung zu stampfen. Bei diesem Vorgang können gleichzeitig Hohlräume unter den Abspannhaken nachgefüllt und größere Steine (> 40 mm) aussortiert werden.

10. Zurückschlagen des Erosionsschutzgitters
Zuruckschlagen-des-ErosionsschutzgittersNach dem Verdichten wird der überhängende Teil von TenCate Polyfelt® Green zurückgeschlagen, die nächste Lage des Bewehrungs- Geokunststoffes wird darübergelegt. Bei der obersten Lage ist TenCate Polyfelt® Green mit einer Bodenschicht von mind. 15 cm abzudecken. Diese Abdeckung ist auch bei der Ausbildung von Bermen (Rückversetzen der nächsten Lage um mehr als 20 cm) durchzuführen. 


11. Setzen der Schalung für die nächste Lage
Setzen-der-Schalung-fur-die-nachste-LageFür die nachfolgende Lage sind die Schritte 2 bis 10 zu wiederholen. Da die Schalungselemente 5 cm über die Schüttlage ragen, können jene für die neue Lage an die bereits eingebauten satt angelegt werden, um eine glatte Oberfläche zu erhalten. Auf die Einhaltung der geplanten Böschungsneigung ist zu achten. Keinesfalls dürfen die obenliegenden Schalungselemente direkt auf die darunterliegenden gestellt werden oder diese sogar überragen!

12. Hinweis Umschlagmethode
Weicht der geplante Einbau von den TenCate Polyslope® S Einbauhinweisen ab, so schlagen wir als Sicherheitsmaßnahme einen Umschlag des Geokunststoffes im vorderen Bereich von ≥ 1,5 m vor, falls dies nicht ohnehin vom planenden Ingenieur vorgegeben wird. Beim Einsatz von Schüttmaterial, welches sich nicht mit der vorgeschriebenen Proctordichte von 98% verdichten lässt, raten wir ebenfalls die Konstruktion mittels Umschlagmethode auszuführen.

Polyslope Green